Illegale Motorradtouren über die Kleinhalden

(Quelle: mz-web.de)

Hettstedt/MZ – Meteorologen sagen Regen voraus. Viel Regen. Die Folge: Matsch. Perfekte Bedingungen also für illegale Motorradtouren zu den, und noch schlimmer: direkt über die Kleinhalden bei Hettstedt – das zumindest befürchtet Spaziergängerin Waltraud Probst.


Bereits im Winter schlug sie bei Behörden Alarm, machte auf den zum Teil desolaten Zustand der Halden aufmerksam, den Landwirte beim zu nah Heranfahren mit ihren Fahrzeugen und Motorradfahrer beim Crossen durch das Gelände angerichtet hätten. Aber: „Bis jetzt ist nichts passiert, gar nichts“, ärgert sich Probst. Dabei sind inzwischen fast sechs Monate vergangen.

Probst hatte gehofft, dass spätestens bis zur nun beginnenden Motorradsaison endlich eine Lösung auf den Tischen der zuständigen Behörden liegt. Bei der Stadt Hettstedt hebt man aber die Hände. „Wir sind nur für die Feldwege zuständig, nicht für die Halden“, sagt Ordnungsamtsleiterin Christina Kosiol, die nichtsdestotrotz Gespräche mit Vertretern der Polizei und des Landkreises geführt hat. Konkrete Ergebnisse bis auf eine angedachte Polizei-Kontrolle seien bisher nicht herausgekommen. Immerhin könnten die Halden aus finanziellen Gründen von den Eigentümern nicht eingezäunt werden.

Auch beim Landkreis rätselt man noch darüber, wie die Motorradfahrer in dem Landschaftsschutzgebiet aufzuhalten sind. „Die Abstimmung mit den zuständigen Behörden wie Ordnungsämter und Polizei läuft derzeit noch“, heißt es hier auf Nachfrage bei der Pressestelle des Landkreises.

Von umfassenden Kontrollen vor Ort nimmt man Abstand. Sie würden sich als sehr schwierig gestalten, insbesondere „aufgrund der hohen Mobilität der Motocross- und Quadfahrer“.

Waltraut Probst stellt das alles andere als zufrieden: „Wenn Hettstedt kinder- und jugendfreundliche Stadt werden möchte, dann sollte man nach Alternativen für die Motorradfahrer suchen und die ganze Angelegenheit nicht einfach als erledigt betrachten.“ Vielleicht könnte sich auch das Kinder- und Jugendparlament mit dem Thema befassen, schlägt sie deshalb vor.

Denn vom bisher ersten und einzigen Hilfsangebot vom Motorsportverein MC Einetal Alterode wollte bisher niemand etwas wissen. „Wir sind absolut enttäuscht, dass sich keiner bei uns gemeldet hat, nachdem wir unser Angebot vorgetragen haben“, sagt Vereinsvorsitzender Ramon Kiefuß. Er hatte noch zu Jahresbeginn vorgeschlagen, das Vereinsgelände in Alterode zu vergrößern und attraktiver zu gestalten, „um die illegalen Motorradfahrer von unserer Strecke zu überzeugen“. Doch weder die Stadt Arnstein noch die Stadt Hettstedt hätten Unterstützung angeboten bei der Klärung der Eigentumsverhältnisse des ins Auge gefassten Geländes oder beim Genehmigungsverfahren. „Wir hätten uns gern mit eingebracht, gerade jetzt, wo das Wetter für die Motorradfahrer besser wird und sie sicher bald wieder unterwegs sind“, sagt Kiefuß.

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