Besser geht es nicht

(Quelle: mz-web.de)

Aschersleben/MZ. – 16 mal 25 Punkte – das ist die Ausbeute von Noah Ludwig. 400 Punkte macht das insgesamt. “Besser geht es nicht”, sagt Marco Ludwig. Vater Ludwig ist stolz auf seinen Sohn. Noah ist Landesmeister im Motocross. Er hat in der Klasse 1 – dort fährt man mit 50-Kubik-Maschinen – jedes Rennen gewonnen, stand schon früh als Landesmeister fest.


Und das mit gerade einmal acht Jahren. Wo Altersgenossen dem Fußball hinterherjagen, setzt sich Noah Ludwig auf sein Motorrad und brettert mit bis zu 60 Stundenkilometern über die wellige Strecke. Was er am meisten am Rennfahren mag? Der aufgeweckte Junge überlegt kurz. “Springen”, sagt er dann.

Die Faszination Motocross wurde Noah Ludwig in die Wiege gelegt. “Ich war mit ihm schwanger zur Weltmeisterschaft, wahrscheinlich war das der Auslöser”, sagt Sandra Ludwig. Die Mutter meint das im Scherz. Eher übertrug sich die Leidenschaft des Vaters auf den Filius. Marco Ludwig war selbst viele Jahre im Motocross aktiv. Schon zu DDR-Zeiten schraubte er mit Freunden an Maschinen, fuhr Rennen. Noah hat schon mit zwei Jahren “verrückte Dinge” mit dem Laufrad gemacht, erinnert sich Marco Ludwig. Er sah sich auch Videos von Ken Roczen, dem jüngsten Weltmeister im Motocross aller Zeiten, an. Und Noah war Feuer und Flamme für diesen Sport.

Seit sein Sohn Rennen fährt, hat Marco Ludwig selbst aufgehört. “Wenn mir was passieren würde, stünde meine Familie alleine da”, begründet er seine Entscheidung, nicht mehr zu fahren. Auch privat setzt er sich auf kein Zweirad.

Motocross ist eine faszinierende Sportart. Es ist waghalsig, es ist gefährlich. Deshalb ist eine gute Ausrüstung wichtig. Und die kostet Geld. Überhaupt ist Motocross kostspielig. Das fängt bei der Anschaffung der Motorräder an. Sie müssen gewartet werden. Es geht schnell etwas kaputt. Noah Ludwig ist Mitglied beim MC Einetal Alterode. Die Rennen fährt er für das KTM Team Böttcher aus Hettstedt. “Wir werden vom Teamchef unterstützt, haben auch einen kleinen Investor”, sagt Marco Ludwig. Doch je älter Noah wird, desto größer und teurer werden die Motorräder. Schon in der nächsten Saison fährt er mit einer 65-Kubik-Maschine. Das Motorrad steht schon in der Garage. “Vielleicht ergibt sich durch die Erfolge von Noah die Möglichkeit, einen weiteren Investor zu finden”, hofft Marco Ludwig.

Am letzten Wochenende fuhr Noah beim Supercup des DMV (Deutscher Motorsport Verband). Und schied mit einem Sturz aus. Er war Fünfter am Start, versuchte dann, den Fahrer vor ihm zu überholen. Dann passierte es. Er stürzte. In solchen Momenten stockt Marco Ludwig, der seinen Sohn immer begleitet, der Atem. Aber es ging glimpflich aus. Bisher ist Noah nie etwas ernsthaftes passiert bei seinem Sport. “Da hat er sich beim Fahrradfahren und Fußballspielen schlimmer verletzt”, sagt Marco Ludwig.

Sandra Ludwig schaut sich die Rennen ihres Sohnes trotzdem nicht an. Sie sei viel zu nervös, bliebe lieber im Wohnwagen mit der eineinhalb Jahre alten Tochter. “Wenn ich die Startmusik höre, geht mein Puls weit über 180 hinaus”, sagt sie. Eines steht für Sandra Ludwig fest: Ein Kind mit so einem gefährlichen Hobby reicht. “Unsere Tochter wird sich nicht aufs Motorrad setzen”, sagt sie. Dann sollte sie frühzeitig die Motocross-Videos verstecken. Zur Vorbeugung.

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