Von kleinauf Benzin im Blut

(Quelle: mz-web.de)

Alterode/MZ. – Wasser von oben, Schlamm von unten. Keine Traumbedingungen also am Alteröder Osterberg zum Auftakt der Landesmeisterschaftsläufe im Moto-Cross. “Wir als Fahrer haben gern ein wenig Regen, damit es nicht so staubt. Aber die Zuschauer wollen natürlich Sonne”, hatte Ramon Kiefuß, Vorsitzender des gastgebenden MC Einetal Alterode schon im Vorfeld der Rennen auf dem Kurs gesagt.


“Das ist genau Raiks Wetter”, so Karsten Bröckert, dessen 13-jähriger Filius in der Klasse 3 für die Gastgeber ans Startgatter rollte. Gefahren werden in dieser Jugendklasse Zweitakter mit einem Hubraum bis 85 Kubikzentimeter. Wie schnell er da sei? Teamchef Uwe Böttcher springt bei der Antwort in die Bresche. “Das kann man so exakt nicht sagen.” Bei 49 liege der Rundenschnitt. “Auf den Geraden geht es natürlich schneller. Aber heute sind die Strecken technisch anspruchsvoller. Die Geraden sind kürzer geworden. Dafür gibt es mehr kurze Wendungen und Sprünge, um das Tempo rauszunehmen”, so noch einmal Böttcher.

Als Raik Bröckert fünf war hat er zum ersten Mal auf einer Crossmaschine gesessen. “Mein Papa hat es mir beigebracht”, erzählt der Sechstklässler. “Ich bin ja früher selbst gefahren. Und als Raik geboren wurde, hatten wir gerade Trainingslager in Teutschenthal. Der erste Weg aus dem Krankenhaus hat meine Frau dorthin geführt”, so noch einmal Bröckert, der in Schafsee bei Schraplau eine kleine Firma hat. Bröckert Junior hat also den Benzinduft von kleinauf eingesogen. In 90 Prozent der Fälle sei das so, dass die Väter früher Cross gefahren sind und die Leidenschaft auf die Kinder übertragen hätten. Wie oft Raik Bröckert trainiert? “Das ist unterschiedlich. Ich muss mich ja auch danach richten, wie meine Eltern Zeit haben.” Denn mit dem Motorrad darf er zwar auf die Rennstrecke, ab sechs ist das in Sachsen-Anhalt erlaubt, doch auf der Straße hat er noch nichts verloren. Und wenn keine Rennen oder Training anstehen? “Ich spiele in Querfurt noch Handball.” Wenig zeit also für andere Hobbys. Und warum es sein Wetter sei, erklärt der Vater so. “Die Sandbahnfahrer aus dem Norden haben so schon mit dem harten Untergrund hier ihre Probleme. Und wenn dann noch der Regen dazukommt, zählt der Heimvorteil natürlich doppelt.”

Ob das am Wochenende etwas genützt hat, war am Sonntag nicht mehr in Erfahrung zu bringen. Denn der Osterberg bietet zwar eine schmucke Rennstrecke, aber telefonisch ist das Terrain trotz aller Mobilfunknetze Niemandsland.

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