AC/DC hat bei Motorenlärm keine Chance

(Quelle: mz-web.de

ALTERODE/MZ. – Zu den Klängen von AC / DCs “Hells Bells” hat soeben der erste Lauf der Klasse 6 bei den 18. Moto-Cross-Landesmeisterschaften begonnen.

Und gegen das Dröhnen der Maschinen hat auch die Musik keine Chance. “Auch wenn dies hier die Senioren sind, wird hier keinem etwas geschenkt, da werden auch mal die Ellenbogen ausgefahren.” Die Stimme von Sprecher Gerhard Niklisch ertönt im weiten Areal der Rennstrecke.


Und seine Vorhersage bewahrheitet sich schnell. Noch vor Ende der ersten Runde ereignet sich im Zielbereich ein spektakulärer Unfall, bei dem drei Motorräder bei einem Sprung kollidieren. Bis auf einen Leichtverletzten gibt es auch keine größeren Schäden. Solche Unfälle gehören an diesem Wochenende aber zur Ausnahme, wie Rennarzt Dr. Fink erklärt: “Das Wochenende ist aus ärztlicher Sicht zufrieden stellend. Am Samstag gab es keine Verletzten, und heute nur zwei Fahrer mit leichten Prellungen.” Dafür seien schon einige Zuschauer aufgrund der Hitze zur Behandlung da gewesen. Für die Fahrer sei die Hitze nicht so schlimm, “sie haben ja während des Rennens den Fahrtwind, dazu trinken sie sehr viel, um das auszugleichen.” Ärzte gehören zu einer solchen Veranstaltung dazu. Auch die Feuerwehr steht mit einem Wagen hier. Ihre Aufgabe ist es vorwiegend, die Strecke nach den einzelnen Rennen mit Wasser zu befeuchten. “Dies geschieht ausschließlich um die Gefahr für die Fahrer zu minimieren”, erklärt Ramon Kiefuß. “Dies ist eine Hartbodenveranstaltung und da kommt es zu einer hohen Staubentwicklung. Dadurch wird den Fahrern die Sicht genommen. Um dies zu verhindern wird die Strecke gewässert.” Kiefuß ist Vereinsvorsitzender des MC Einetal Alterode und gemeinsam mit seinem “Vize” Silvio Erfurth für die Planung und Durchführung der zweitägigen Veranstaltung zuständig. Und diese Aufgabe verlangt viel Arbeit. “Mit Beginn des Jahres sind wir mit der Organisation beschäftigt. Schließlich wollen wir die Veranstaltung immer weiter verbessern”, so Kiefuß. Das Publikum scheint das auch so zu sehen, denn seit vier Jahren kommen immer mehr Besucher zu den Rennen. In diesem Jahr mehr als eintausend.

Der Veranstalter sieht vor allem in einigen Umbauten den Grund für das steigende Interesse: “Wir haben einen Tunnel, der in den Innenbereich führt, gebaut. Außerdem gibt es eine kleine Tribüne unter dem Sprecherturm. So kann die ganze Strecke eingesehen werden, das macht die Sache für die Zuschauer attraktiver.” Dabei habe man sich auch an anderen Strecken orientiert. Die größte Schwierigkeit sei es, die knapp 50 freiwilligen Helfer jedes Jahr aufs Neue zu motivieren. “Die Leute opfern schließlich ein ganzes Wochenende und das ohne Bezahlung”, so Kiefuß. Dennoch gelingt es immer wieder, engagierte Leute zu finden. Und wenn die Arbeit getan ist, wartet auf Ramon Kiefuß noch das Vergnügen. Denn in der Klasse 6, den Senioren über 35 Jahren, startet der Vorsitzende selbst. Und beweist, wie fit er noch ist. Eine gute Kondition ist eine Grundvoraussetzung, um die harten Rennen zu überstehen, wie Dr. Fink erklärt. “Wenn die Kondition nicht stimmt, fallen die Fahrer nach drei Runden deutlich zurück.” Und die Rennen sind hart. Die Strecke verlangt den Fahrern alles ab, viele Sprünge, häufige Richtungswechsel, eine unebene Piste. Wer da nicht aufpasst, ist schnell im Hintertreffen. Und die Konkurrenz ist hart, kommt nicht nur aus Sachsen-Anhalt sondern auch aus Niedersachsen, Thüringen und sogar von der Ostsee. Der Ruf des Osterbergs wird von vielen Motorsportlern gern vernommen. Zehn Klassen waren an beiden Tagen in insgesamt 20 Rennen am Start. Darunter auch fünf Frauen. “Es waren alles spannende Rennen”, so Kiefuß.

 

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